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JTL-Wawi: Lagerbestand, Reservierungen und verfügbarer Bestand verstehen

Veröffentlicht am 26.10.2026 · 2 Min. Lesezeit · Shops & E-Commerce

JTL-Wawi: Lagerbestand, Reservierungen und verfügbarer Bestand verstehen

Im Lager liegen zehn Stück eines Artikels, im Onlineshop werden aber nur sechs als verfügbar angezeigt? Das kann korrekt sein. In JTL-Wawi ist der physisch vorhandene Bestand nicht zwangsläufig identisch mit dem für neue Bestellungen verfügbaren Bestand. Besonders bei mehreren Verkaufskanälen ist diese Unterscheidung wichtig.

1. Physischer Lagerbestand

Der Lagerbestand beschreibt grundsätzlich die Ware, die tatsächlich im Lager geführt wird. Dieser Wert ändert sich beispielsweise bei Wareneingängen, Auslieferungen und Bestandskorrekturen. Ein physisch vorhandener Artikel muss jedoch nicht automatisch für eine neue Bestellung frei sein.

2. Reservierter Bestand

Offene Aufträge können Bestände reservieren. Diese Artikel liegen möglicherweise noch im Regal, sind aber bereits für bestehende Kundenaufträge vorgesehen. Die Reservierung verhindert, dass dieselbe Ware unbeabsichtigt mehrfach zugesagt wird.

3. Verfügbarer Bestand

Vereinfacht gilt bei einer normalen Bestandsführung:

Verfügbarer Bestand = vorhandener Bestand – reservierter Bestand

Beispiel: Zehn Stück sind vorhanden, vier Stück sind für offene Aufträge reserviert. Für neue Verkäufe bleiben rechnerisch sechs Stück verfügbar. In komplexen Setups können zusätzliche Regeln, Lagerarten, Puffer oder Verkaufskanaleinstellungen das Ergebnis beeinflussen.

4. Warum zeigt der Shop einen anderen Wert?

  • Es existieren offene, reservierende Aufträge.
  • Ein Verkaufskanal hat noch keinen aktuellen Abgleich erhalten.
  • Der Artikel wird aus mehreren Lagern beliefert.
  • Es gelten Bestandsgrenzen, Puffer oder Überverkaufsregeln.
  • Eine Schnittstelle übermittelt nicht den erwarteten Bestandswert.

5. Überverkäufe nur bewusst erlauben

JTL unterstützt Konfigurationen, bei denen ein Artikel trotz fehlendem verfügbaren Bestand weiter angeboten werden kann. Das ist nur sinnvoll, wenn die Beschaffung und Lieferzeit zuverlässig geplant sind. Andernfalls drohen Lieferverzögerungen und unzufriedene Kunden.

6. Vorgehen bei einer Bestandsabweichung

  1. Prüfe den betroffenen Artikel in JTL-Wawi.
  2. Notiere physischen, reservierten und verfügbaren Bestand.
  3. Kontrolliere offene Aufträge und die Lagerzuordnung.
  4. Prüfe den Zeitpunkt des letzten erfolgreichen Abgleichs.
  5. Vergleiche die Einstellungen des betroffenen Verkaufskanals.
  6. Dokumentiere den Unterschied, bevor du Bestände manuell korrigierst.

7. Keine vorschnellen Lagerkorrekturen

Wenn der verfügbare Bestand wegen Reservierungen niedriger ist, wäre eine manuelle Erhöhung des physischen Bestands falsch. Damit könnten künstliche Bestände entstehen. Kläre zuerst, welcher Wert fachlich korrekt ist.

8. Besonderheit Vorbestellungen

Bei Vororder- und Nachorder-Prozessen muss eindeutig festgelegt sein, welche Aufträge reservieren, welche Ware physisch verfügbar ist und welcher Bestand an B2C-Kanäle übertragen wird. Solche Prozesse sollten vor Änderungen anhand konkreter Beispielaufträge getestet werden.

VESUTEC unterstützt dich bei JTL-Wawi und Bestandsabgleichen über vesutec.de.

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